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Düsseldorf: Startup City

“Düsseldorf hat das Potenzial, eine bedeutende Start-up-Metropole zu werden.“ Die Worte von Thomas Geisel hallen auch dreieinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt als Oberbürgermeister nach.

Seitdem hat sich einiges getan. Längst reichen beide Hände nicht aus, um die unterschiedlichen Initiativen an den Fingern abzuzählen. Die Gründung der Start-up-Unit in der Wirtschaftsförderung, die Gründung des Digihubs mit seinem Fokus, Start-ups mit dem breit aufgestellten Mittelstand und den international aufgestellten Corporates vor Ort zu vernetzen. Das große Angebot an Coworking-Spaces und Business Center. Nicht nur Startplatz, Super7000 und Factory haben sich etabliert, es scheint sogar Platz für weitere Anbieter zu sein, Tribes will den Graf-Adolf-Platz erobern, SPACES das Andreasquartier.

Die Initiativen zur Vernetzung des Nachwuchses: „Wenn die Betriebswirte der WHU mit den Biowissenschaftlern der Heinrich-Heine-Universität und den Designern der Hochschule Düsseldorf zusammentreffen, können großartige Innovationen entstehen“, ist Uwe Kerkmann, Chef der Wirtschaftsförderung, überzeugt. Stellvertretend für die Fülle an unterschiedlichen Veranstaltungen in der Stadt sei die Startup-Woche erwähnt, die 2018 in die dritte Runde geht. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf der Vernetzung von Groß und Klein. Düsseldorfs großer Vorteil im Vergleich zu Berlin: Hier gibt es die Möglichkeit, wirklich Business zu machen, weil hier die großen Wirtschaftspartner sitzen.

Es tut sich was in Düsseldorf. Ideen werden verfolgt und kommen ans Laufen, wie die Beispiele IOX Lab, Welect oder Compeon zeigen (Seite 10), ansässige Konzerne wie beispielsweise Henkel bauen Netzwerke auf (Seite 14) und der Oberbürgermeister denkt nicht daran, sich auf dem Erreichten auszuruhen (Seite 18).

Und auch wenn die Statistikzahlen für sich sprechen – so stieg die Zahl der Start-ups von 135 in 2015 auf zuletzt rund 300, 3.760 Arbeitsplätze sind in diesem Segment angesiedelt, 2016 waren es noch 3.008 – es gibt noch ein paar Baustellen.


Finanzierung
Zwar gibt es dank der ansässigen NRW.Bank und Stadtsparkasse viele Finanzierungsangebote, gerade für Neugründer. Trotzdem nutzt Oberbürgermeister Thomas Geisel immer wieder die Gelegenheit, um an deren Investitionsbereitschaft zu appellieren. „Ich sehe, dass wir uns viel mehr mit dem Thema Acceleration beschäftigen müssen“, so Kerkmann.

Vernetzung
Zwar scheint sich so langsam der Gedanke durchzusetzen, dass das gesamte Rhein-Ruhr-Gebiet gewinnen würde, wenn es überall boomt. Immerhin leben im Umkreis von 100 Kilometern mehr als elf Millionen Menschen. Gleichzeitig profitieren Städte und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen gleichermaßen von jedem Talent an den Standorten Düsseldorf, Aachen, Duisburg, Essen, Dortmund oder Köln, das nicht aus NRW abwandert. Doch echte Vernetzung der Städte untereinander und ein gemeinsamer Auftritt nach außen laufen nur langsam an. Zählt bei allen Aktivitäten am Ende doch immer noch, was in der eigenen Tasche landet.

Spezialisierung
Bisher zielten alle Aktivitäten der Stadt darauf ab, den Standort grundsätzlich zu stärken. Doch für was steht die Start-up-City neben dem Vernetzungsgedanken und „Business“ machen zu können? „Wir haben hier eine so große Schnittmenge von Handwerk, Start-ups und herstellender Industrie, ich würde mir wünschen, wenn Düsseldorf zu einem Zentrum fürs ‚Doing‘ wird. Prototyping, Maker Spaces im größeren Stil und so, dass alle davon profitieren können“, wünscht sich Kerkmann.


Von heute auf morgen wird das nicht zu leisten sein. Denn die paar Jahre Vollgas schaffen längst noch kein funktionierendes Ökosystem. Allerdings: Erste Pflänzchen sind gesät. Wir von VIVID werden in den nächsten Ausgaben berichten, ob daraus Bäume werden. ●


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Warum Frank Schrader, Chef der Düsseldorf Marketing, auf den Claim „Nähe trifft Freiheit“ setzt: drei Fragen, drei Antworten.

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Warum braucht Düsseldorf den Claim „Nähe trifft Freiheit“?
Mit „Nähe“ und „Freiheit“ bilden zwei Aspekte den Kern der Stadtmarke, die unsere Stadt und das Lebensgefühl in ihr seit Jahrhunderten tatsächlich prägen. Ihr Zusammenwirken ist einzigartig und lässt eine Stadt entstehen, in der man sich immer und sofort verbunden fühlt, mit der Welt und miteinander. Für Menschen ist diese Positionierung sympathisch und relevant. Zudem ist sie noch frei und wird nicht von anderen Großstädten besetzt.

Was bedeutet der Claim für die Düsseldorfer Wirtschaft?
Die derzeitige Lage in der Welt führt uns die Bedeutung der Freiheit für Wachstum und Fortschritt eindrucksvoll vor Augen. Das gilt nicht nur für freien Handel und freies Wirtschaften. Das gilt auch und vor allem für die Freiheit des Geistes in der Wirtschaft und der Kultur. Das Thema Nähe schließt darüber hinaus weit mehr Faktoren ein als die zentr­ale geografische Lage Düsseldorfs in Deutschland und Europa. Besonders für Unternehmen kann es sehr positiv wirken, denn sie können konstruktiv die eigenen Unternehmensziele unterstützen.

Glauben Sie, dass sich auch Gründer und Start-ups angesprochen fühlen?
Die Positionierung Düsseldorfs ist für sie sehr attraktiv. Denn sie beschreibt einen realen Standort, an dem kreative und progressive Persönlichkeiten alle Freiheiten finden, sich zu entfalten. Ein Standort, an dem es leicht fällt, Netzwerke aufzubauen. Kurz gesagt: Düsseldorf ist eine Zukunftsstadt, die vernetzt und innovative Projekte gedeihen lässt. ●