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Von Düsseldorf in die Welt GIGANTISCHE KRANE

Konecranes versorgt Häfen rund um den Globus mit Hebekranen und selbst fahrenden Transportfahrzeugen und zählt damit zu den Weltmarktführern in diesem Segment.

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Anthony Otto ist Präsident des Containerterminals im kalifornischen Long Beach und hatte im Mai 2015 besonderen Grund zur Freude. Die Umweltorganisation Coalition for Clean Air verlieh ihm den renommierten California Air Quality Award, da sein Hafen im besonderen Maß Emissionen vermeidet und zu einer besseren Klimabilanz beiträgt. Der Amerikaner wusste, dass ihm das ohne Technik aus Deutschland, genauer gesagt Düsseldorf, schwer gelungen wäre. Denn das in Benrath sitzende Unternehmen Konecranes versorgt den zweitgrößten Hafen der USA bis heute mit insgesamt 72 batteriebetriebenen führerlosen Container-Transportfahrzeugen, im Fachjargon Automated Guided Vehicles (AGV) genannt. „Umweltschutz ist einer unserer Unternehmensgrundwerte, und die emissionsfreien Batterie-AGVs helfen uns dabei, diesem Wert zu entsprechen. Sie haben wesentlichen Anteil daran, dass der Long Beach Containerterminal einer der umweltfreundlichsten Terminals weltweit ist“, sagt Anthony Otto über die Maschinen aus dem Rheinland.

Die autonomen Fahrzeuge sind eine Erfolgsgeschichte von Konecranes. Seit Jahrzehnten entwickelt das Unternehmen Hebe- und Transporttechnik für Häfen und schickt sie von Düsseldorf in die Welt. Im Jahr 2017 belief sich der Umsatz des finnischen Konzerns, der nicht nur Hafentechnik, sondern auch Industriekrane und Services anbietet, auf 3,1 Milliarden Euro, er beschäftigt 16.200 Mitarbeiter an 600 Standorten in 50 Ländern. „Wir machen 52 Prozent unseres Umsatzes in der sogenannten EMEA-Region, also Europa, Mittlerer Osten und Afrika, 31 Prozent erzielen wir in Nord- und Südamerika, 17 Prozent im Raum Asien-Pazifik“, sagt Britta Schweiger, Unternehmenssprecherin Deutschland. Ein wahrer Global Player also, der in Benrath sowohl baut als auch entwickelt. Die nicht nur von Anthony Otto geschätzten AGVs, von denen allein in Hamburg 200 Stück im Einsatz sind, sind eine Erfindung made in Düsseldorf. „Das tägliche Geschäft unseres Standorts ist aber der Hafenmobilkran“, sagt Heribert Barlage, Senior Vice President Business Unit Mobile Harbor Cranes. „In diesen Geräten steckt ebenfalls Hightech und wir zählen zu den globalen Technologie- und Innovationsführern. Im Fokus unserer Entwicklungsaktivitäten stehen insbesondere öko-effiziente elektrische Antriebe, um unsere Kunden bei der Senkung von Abgas- und Lärmemissionen im Terminal nachhaltig zu unterstützen.“


Konecranes 
in Deutschland

Seit mehr als 20 Jahren
1.100 Mitarbeiter insgesamt
Standort Düsseldorf:
160.000
m2 
umfasst das Gelände
Mitarbeiter: 800


Bei der Entwicklung neuer Technologien setzt das Unternehmen auf einen engen Austausch mit den Kunden, manchmal liefern diese gar den Anstoß für eine neue Idee. So interessierte sich etwa ein Kunde aus dem US-Bundesstaat Mississippi für die Hafenkrane (nicht etwa Kräne, wie Britta Schweiger den Fachbegriff erklärt. „Unsere Ingenieure sagen immer, aus Kränen kommt das Leitungswasser“), hatte aber keine entsprechende Hafenfläche, sondern nur ein Flussterminal. Also entwickelte Konecranes den Pontonkran, der auf einer Schwimmfläche angebracht ist und entsprechend auf den Fluss „gesetzt“ werden kann. Das war 2004, inzwischen hat der Kunde aus dem Süden der USA 20 weitere Ponton-krane geordert. Auch anderswo, aktuell zum Beispiel in Japan, sind die schwimmenden Stahlriesen im Einsatz.

Wir zählen zu den 
globalen technologie- 
und Innovationsführern.

Grund für den weltweiten Erfolg der Düsseldorfer ist die permanente Optimierung ihrer Krane und Fahrzeuge, die sich nicht nur auf die reine Funktionalität und Technik beschränkt. So wirkt sich zum Beispiel die Tatsache, dass Häfen heute häufig auch beliebte Wohnviertel sind (Stichwort: Hamburger Hafencity) konkret auf den Bau der Maschinen aus. Sie sind nicht nur emissionsarm und klimafreundlich durch moderne Energierückgewinnungssysteme wie bei den Hafenmobilkranen, sondern auch leise und verzichten auf Lichter wie im Fall der AGVs. Der Senior Vice President betont außerdem, dass Düsseldorf ein optimaler Standort für exportorientierte Unternehmen wie Konecranes ist. „Die sehr guten Anbindungen an das innerdeutsche und europäische Verkehrsnetz per Schiene und Straße sowie der internationale Flughafen sind für uns wertvolle Standortvorteile. Und damit wir unsere Hafenmobilkrane auch zuverlässig zu Kunden in über 100 Ländern transportieren können, ist die dauerhafte Anbindung an den Rhein über den Reisholzer Hafen absolut erforderlich.“ ●


Text: Gesa Van der Meyden

Heft 02Sabrina Schauder