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Neues Wahrzeichen im Norden

 Bis zum Herbst 2019 entsteht auf dem Messegelände neben der neuen multifunktionalen Halle 1 mit Konferenzräumen ein spektakulärer Eingangsbereich, der sogar aus luftiger Höhe bewundert werden kann. Düsseldorfs gesamte Wirtschaft soll von dem Bauwerk profitieren.

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Die aktuelle Großbaustelle im Düsseldorfer Norden lässt nur erahnen, welche Dimensionen das annehmen wird, was Ende nächsten Jahres Realität werden soll. „Das Gebäudeensemble wird die internationale Anziehungskraft der Messe Düsseldorf weiter erhöhen und ihre Funktion als zentralen Treffpunkt für verschiedenste Industrien stärken“, versichert Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf. Das Großprojekt ist ein weiterer Meilenstein des „Masterplans 2030“, um das Messegelände wettbewerbsfähig zu halten.

Als ein neues Düsseldorfer Wahrzeichen neben Fernsehturm und Co. wird schon jetzt der spektakuläre Eingangsbereich gehandelt. „Die markante und dynamische Form des Vordachs ist eine unverwechselbare Adresse für den Eingang Süd und ein neues Gesicht für die gesamte Messe“, sagt Jurek M. Slapa, einer der Geschäftsführer des für den Bau verantwortlichen Düsseldorfer Büros slapa oberholz pszczulny I sop architekten. In 20 Metern Höhe wird das Konstrukt eine vieleckige Fläche von stolzen 7.800 Quadratmetern einnehmen und spitz Richtung Süden zulaufen. Wichtig war den Architekten, möglichst viele Funktionen unter dem Dach zu integrieren: Es wird dort einen Busbahnhof, Taxivorfahrten und einen Eingang zu einer Tiefgarage geben, damit Besucher bequem und immer trockenen Fußes zur Messe kommen; außerdem wird genug Platz zum Verweilen vorhanden sein und bei Bedarf können auch Events dort stattfinden. Geschickt und sensibel einbezogen in die Raumsituation wird ebenso das benachbarte Kongress-Center CCD Süd, das renoviert wird. Raffiniert sind die Struktur und Materialien des Vordachs: Insgesamt 94 rautenförmige speziell beschichtete Glasfaserkissen werden für eine stets helle und freundliche Tageslicht-Atmosphäre unter dem Dach sorgen. Bei Einbruch der Dunkelheit werden die Membranen per LED illuminiert – was vor allem beim Landeanflug auf Düsseldorf ein atemberaubendes Bild abgeben dürfte. „Mit dem Vordach wollen wir die Leichtigkeit des Baukörpers betonen. So entstand die Idee mit den transluzenten Kissen aus Glasfasergewebe.

Gegenüber Glas ist es wesentlich leichter, seine Membran ist schmutzabweisend wie Teflon, es ist wirtschaftlicher und hat zudem energetische Vorteile“, erklärt Jurek M. Slapa. Denkbar wäre zudem, Bilder oder Filme anlässlich von Events auf das transparente Dach zu projizieren. Im Konzept berücksichtigt wird auch die einzigartige Lage der Messe Düsseldorf zwischen den beiden riesigen Grünanlagen Rheinufer und Nordpark: So soll sich das Grün nahtlos bis unter das Vordach ziehen und die Wege zum Rhein werden erweitert, um zum Relaxen an der Promenade einzuladen.

Das Gebäudeensemble wird die internationale
Anziehungskraft der Messe Düsseldorf weiter erhöhen.
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Vom beeindruckenden Messevorplatz aus werden die Gäste zunächst in das 17,5 Meter hohe Foyer gelangen. Der über 2.100 Quadratmeter große komplett verglaste und daher lichtdurchflutete Raum kann ebenso als Veranstaltungsort genutzt werden. Ein echter Blickfang wird hier eine „Konferenzsuite“ sein: Mit gelochtem Messingblech verkleidet, ragt sie im ersten Obergeschoss in das Foyer hinein. Insgesamt sechs dieser Konferenzboxen wird es geben, alle teilbar und mit jeweils 200 Quadratmetern Fläche für je rund 200 Personen geeignet. Eine trans-parente Brücke soll außerdem die Konferenzebene im ersten Obergeschoss mit dem bestehenden CCD Congress Center verbinden. Das wird seine Kapazitäten im Rahmen des Bauprojekts auf 16.000 Personen erweitern. Hilmar Guckert, Geschäftsführer von Düsseldorf Congress, ist erfreut: „Mit dem Neubau, der erhöhten Kapazität und der besseren Aufenthaltsqualität rüstet sich das CCD Congress Center Düsseldorf noch besser für die Anforderungen großer Kongresse, Tagungen und Firmenevents. Das ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft des internationalen Kongressgeschäfts in der Landeshauptstadt.“ Das Kernstück des Messe-Großprojektes – die neu errichtete multifunktionale Halle 1 – wartet dann nochmal mit Superlativen auf. Mit einer Nutzfläche von über 12.000 Quadratmetern wird sie größer sein als die bisherigen Hallen 1 und 2 zusammen. Sie kommt komplett ohne Stützen aus und erlaubt Veranstaltern dadurch viel Gestaltungsfreiheit. Praktisch sind auch die sogenannten „Spatenkanäle“: Alle fünf Meter kann an Wasser- und Stromquellen angedockt werden, was den Messebau sehr flexibel macht. Außerdem werden alle drei Meter Aufhängungen an der Hallendecke möglich sein.

Mit Blick auf das imposante Bauprojekt sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel, Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Düsseldorf GmbH: „Das ist nicht nur ein Gewinn für Messe und Düsseldorf Congress, sondern auch ein Gewinn für die Stadt Düsseldorf. Die internationalen Kunden der Düsseldorfer Messen und Kongresse geben im Jahr schließlich mehr als eine Milliarde Euro in der Stadt aus, sie sichern mehr als 16.600 Arbeitsplätze in Düsseldorf und sorgen für knapp ein Drittel aller Übernachtungen in der Stadt. All das führt zu einem jährlichen Steueraufkommen von mehr als 36 Millionen Euro. Die Neue Messe Süd wird dazu beitragen, diesen Erfolg zu sichern und auszubauen.“ Dabei bezieht er sich auf eine Studie, die das unabhängige Münchner ifo Institut 2017 veröffentlicht hat. Vor allem der Düssel-dorfer Dienstleistungssektor – Hotel und Gaststätten, Handwerksbetriebe, Taxi- und Einzelhandelsunternehmen – profitieren demnach, wenn Gäste aufgrund der Messen und Tagungen in die Landeshauptstadt kommen. Erstrecht, wenn das Publikum aus dem Ausland anreist und mehrere Tage bleibt. 

 Damit das passiert, müssen sich die Besucher wohlfühlen – und sich auch positiv an die Location erinnern: „Sehr wichtig ist, dass so ein prominentes Gebäude nicht nur modern, sondern vor allem nachhaltig konzipiert wird und die Menschen es auch in ein paar Jahrzehnten noch gut finden“, sagt Jurek M. Slapa, der genau diese Mischung bei der Messe Süd berücksichtigt hat. Wie es sich für ein richtiges neues Wahrzeichen eben gehört. •

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Die neue Messe Süd
in Zahlen

Die Neue Messe Süd ist Teil des Masterplans Messe Düsseldorf 2030, der das Gelände mit zahlreichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen attraktiv und wettbewerbsfähig hält.

Baubeginn: Juni 2017
Fertigstellung: Herbst 2019
Kosten: rd. 140 Mio. EUR
Beteiligte: Kunde: Messe Düsseldorf GmbH;
Architekten: slapa oberholz
psczulny I sop architekten;
Hoch- und Tiefbau:
Köster GmbH; zahlreiche
Subunternehmen

Halle 1

Fläche: 12.027 qm
Veranstaltungsmöglichkeiten: Halle: bis zu 10.000 Personen
6 Konferenzräume à 200 qm
für 198 Personen, mittig teilbar
Übergang zum CCD im 1. OG

Eingang Süd und Foyer Vordach

Fläche Foyer: 2.112 qm
Fläche Vordach: 7.800 qm
Material Vordach: lichtdurchlässiges Glasfasergewebe mit LED-Beleuchtung


Autor: Tom Corrinth