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#FORWARDBEAUTY

 #FORWARDBEAUTY – unter diesem Motto verfolgt Douglas seit Anfang 2018 eine neue Strategie auf allen Kanälen. Der führende Premium-Beauty-Händler hat sich europaweit neu positioniert. Eine neue Corporate Identity wurde lanciert. Konzepte wie der PRO Store in Hamburg, Tools wie die Douglas App, personalisierte Newsletter und der wiedereröffnete 2.377 Quadratmeter große Flagship-Store in Frankfurt ebnen Douglas den Weg zur Premium Retail Brand. Wir haben Caroline Schmitt, Director Marketing, E-Commerce, Social Media & Marketing-PR Germany, im Düsseldorfer Headquarter besucht und über die Neupositionierung gesprochen.

Was hat sich im Beautymarkt in den vergangenen zehn Jahren am meisten verändert?
Caroline Schmitt: Der Beautymarkt hat sich vor allem in den letzten fünf Jahren rasant verändert, und zwar deutlich mehr als in den zwanzig Jahren davor. Was und wann der Kunde kauft, ist anders. Wie er es aussucht. Und auch wo. Nämlich immer dort, wo er gerade ist. Ob das mobil über die App ist oder am Rechner im Büro. Geliefert wird nach Hause oder in die Filiale – Stichwort: Click & Collect. Das Nutzerverhalten ist nicht mehr mit dem von vor fünf oder gar zehn Jahren vergleichbar. Die Sortimente sind breiter, insbesondere online. Man bekommt Produkte, die vor zehn Jahren nicht erhältlich waren. Das Wachstum hat in erster Linie online stattgefunden. Omnichannel ist alltäglich geworden. 

Digitalisierung als treibender Motor. Welche Dienste sind besonders gefragt?
Caroline Schmitt: Wir bieten eine App mit stetig wachsenden Nutzerzahlen. Die App wurde bereits über zwei Millionen Mal heruntergeladen. Hinzu kommt, dass die App-User umsatzstärker einkaufen. Wir können die Kundengruppen gut herausfiltern und analysieren. Daher wissen wir, dass ein Kunde, der ein Beauty-Tutorial gesehen hat, gerne mal die ganze vorgestellte Range einkauft. Hinzu kommen Kaufimpulse, die durch Social Media, vor allem Instagram, ausgelöst werden. Das Thema Influencer ist enorm wichtig für uns. Der Influencer ist gefühlt wie eine Freundin, die beim Kaffeetrinken über ihr neues Make-up erzählt. Wir haben daher im letzten Jahr den Fokus noch mal sehr stark auf Social Media gelegt und sind dadurch noch stärker gewachsen. 

Ich möchte vorausschicken, dass online dem stationären Handel von Douglas nichts wegnimmt. Ganz im Gegenteil, sie ergänzen sich.
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Hat das Auswirkungen auf den stationären Beauty-Handel? Und wie setzt Douglas seine #FORWARDBEAUTY-Strategie offline um?
Caroline Schmitt: Ich möchte vorausschicken, dass Online dem stationären Handel von Douglas nichts wegnimmt. Ganz im Gegenteil, sie ergänzen sich. Grundsätzlich möchten wir da sein, wo unsere Kunden sind. Wir fahren natürlich eine 360°-Marketingstrategie. Wir visualisieren alle großen Kampagnen im Onlineshop, der App und in den Filialen und schaffen eine einheitliche Erlebniswelt. Bis Ende des Jahres werden alle 435 Stores in Deutschland auch das neue Logo haben. Darüber hinaus haben wir unsere Filialen beispielsweise in Luxury und Mainstream geclustert, um Sortimente standort- und zielgruppengerecht anzupassen. Der Flagship-Store in Frankfurt gibt stellvertretend die Richtung vor. In Frankfurt haben wir auf der dritten Etage ausschließlich Beauty-Services wie das Beauty-Spa mit Facial- und Body-Treatments. Die Serviceetage wird mit einem Anstieg von über zehn Prozent der Buchungen sehr gut angenommen. Eine weitere Innovation ist ◊Skinmade“, das wir gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut und Dermatest entwickelt haben. Eine Art Minifabrik, die Hautmessungen über Feuchtigkeits- und Fettgehalt durchführt und eine individuelle Creme in weniger als zehn Minuten herstellt. Diese Creme ist nicht nur in den Inhaltsstoffen personalisiert, sondern es steht auch der Name des Kunden drauf. 

Der Douglas PRO Store in Hamburg, der ein sehr puristisches Look & Feel transportiert, ist ein Pilotprojekt. Wodurch unterscheidet sich der PRO Store von anderen Douglas-Filialen?Caroline Schmitt: Der PRO Store in Hamburg ist auf Skin Care ausgerichtet. Hier legen wir noch größeren Wert auf Beratung und Service. Es gibt nicht das ganze Sortiment mit Make-up und Parfüm, das man von Douglas gewohnt ist. Wir sprechen damit Kunden an, die sich mehr für Pflege interessieren. In den ersten drei Monaten nach der Eröffnung Ende September 2018 hatten wir dort bereits mehr als 20.000 Besucher. Die Kunden bleiben länger, testen mehr und nehmen den Service gut an. Der Durchschnittsbon liegt im PRO Store zehn Prozent über dem Bon anderer Douglas-Filialen. 

Wer weiß, vielleicht können wir in der Zukunft Parfüm-proben über das Handy anbieten?
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Douglas bietet schon seit vielen Jahren eine Beauty Card. Ist das noch ein zeitgemäßes Marketinginstrument, das Kundinnen bindet?
Caroline Schmitt: Die Douglas Beauty Card gibt es jetzt seit 23 Jahren mit über acht Millionen Kunden allein in Deutschland – international sind es 40 Millionen. Die Beauty Card ist folglich enorm wichtig für unsere Kundenbindung. Wir können darüber sehen, was online und offline passiert. Und wir können die Customer Journey gut analysieren und exakt sehen, wofür sich unsere Kunden interessieren. Daraus entwickeln wir eine personalisierte Kommunikation. Das funktioniert auch im Store, sobald unsere Kunden ihre Beauty Card einlesen lassen. Wir machen über zwei Drittel unseres Umsatzes mit Beauty-Card-Inhabern. Hinzu kommt, dass diese 20 Prozent mehr Geld bei uns ausgeben als Nicht-Beauty-Card-Kunden.

Sozusagen ein Evergreen. Sie haben sich mit Douglas gerade erst neu erfunden, lassen Sie uns dennoch einen Blick in die Zukunft werfen. Wo sehen Sie Douglas in fünf Jahren?Caroline Schmitt: Das Wichtigste ist und bleibt, sich auf unsere Kunden zu fokussieren. Die digitale und technische Entwicklung ist nicht absehbar. Wer weiß, vielleicht können wir in der Zukunft Parfümproben über das Handy anbieten? Vielleicht bekommt man Make-up-Proben aus einem 3D-Drucker im Handy? Essenziell ist, dass wir alle mit Leidenschaft dabei sind. Wir alle spüren diesen Spirit. Auch dafür war die Umstellung und Neupositionierung gut. •

Zahlen und Fakten 

• 1821: in Hamburg als Seifenfabrik gegründet

• 1910: eröffnet die erste Parfümerie Douglas in Hamburg

• 1969: übernimmt der Süßwarenhersteller Hussel die damals sechs Parfümerien von Douglas

• 1973: übernimmt Douglas die Parfümerie Ruttner in Österreich

• 1980er-Jahre: Douglas expandiert in die Niederlande, in die USA sowie nach Frankreich und Italien

• 1990er-Jahre: Spanien, Schweiz und Portugal, weitere Expansionen folgen

• 2000: Launch des ersten eigenen Onlineshops 

• 2011: Launch der ersten eigenen App

• 2017: Tina Müller wird CEO und startet mit #FORWARDBEAUTY eine Strategieoffensive 

• Mai 2018: Präsentation des neuen Markenauftritts

Rund 2.400 Stores und Onlineshops in 21 europäischen Ländern. Insgesamt 435 Filialen in Deutschland. 3,3 Mrd. Euro Umsatz (2017/18).

www.douglas.de


Interview: Cynthia Blasberg

Fotos: Katja velmans

Coding für Kinder

Programmieren ist die Sprache der Zukunft. Um die digitale Welt zu verstehen und mitzugestalten, lernen immer mehr Kinder spielerisch die Grundprinzipien des Programmierens. Auch in Düsseldorf.

Die Digitalisierung verändert, wie wir lernen, leben und arbeiten. Software bestimmt un- seren Alltag und ihr Einfluss wird zukünftig noch stärker werden. Digitalkompetenz, Datenanalyse und Programmierverständnis werden bald zu den am meisten nachgefragten Fähigkeiten am Arbeitsplatz gehören. Schon im frühen Alter lernen Kinder daher das Coding – mit kreativen Spielen, die das analytische Denken anregen. Es gibt zahlreiche Initiativen, die Kindern in jedem Alter spannend und spielerisch das Programmieren beibringen – direkt in der Schule oder in Freizeitkursen. In diesem Alter sind Schülerinnen und Schüler besonders offen und neugierig gegenüber neuen Technologien, Mobiltelefonen und Computer- spielen. „Sie wissen noch nicht, was sie nicht können“, sagt Julia Kleeberger vom gemeinnützigen Unternehmen Junge Tüftler. Die Initiative kombiniert in Workshops digitale Bildung mit Tüfteln und Making. Kleeberger liegen gerade die Mädchen am Herzen, denn diese verlieren oft schon in der Schule die Lust auf Digitales und Technik. Es gelte, sie dort rechtzeitig abzuholen. Düsseldorfer Initiativen wie Coding for Tomorrow oder die Codingschule haben im vergangenen Jahr mit Girls Camps begonnen – und richten sich heute dank der hohen Nachfrage an beide Geschlechter und fast alle Altersgruppen.

Die Kurse vermitteln Programmieren und Robotic Skills in projektbasierter Teamarbeit, die das gemein- same Herangehen an Problemstellungen und innovative Lösungsstrategien fordert und damit neben technischen auch soziale und kreative Kompetenzen schult. Denn es geht es nicht nur darum zu lernen, wie Algorithmen geschrieben werden. Um einen Roboter zum Laufen zu bringen oder um den eigenen Avataren im Spiel die richtigen Handlungen für eine Aufgabe beizubringen, benötigen Kids Abstraktionsfähigkeit, Teamfähigkeit und Flexibilität.

Die Kinder setzen sich mit physikalischen und biologischen Fragestellungen durch das Bauen und Programmieren von Sensoren auseinander, entwickeln selbst „vernetzte Produkte“ oder entwerfen Gegenstände, die in 3D gedruckt werden. „Unser Anliegen: Junge Menschen sollen von passiven Konsumenten neuer Medien zu aktiven Produzenten ihrer eigenen Technologien werden. Sie sollen entdecken, wie sie selbst die digitale Welt um sich herum positiv gestalten können“, betont Julia Kleeberger. Gelernt wird je nach Angebot in der Schule, am Wochenende oder in speziellen Feriencamps. Oder in der Coding-Werkstatt der Düsseldorfer Codingschule, die kostenlos allen Neugierigen offen steht und Hemmschwellen abbauen soll. Die meisten Kurse werden entweder kostenlos angeboten oder gefördert, sodass möglichst alle Schüler Zugang zur Bildung erhalten. Und nicht nur sie. Den eigenständigen und kreativen Umgang mit digitalen Technologien müssen nicht nur Kinder erlernen, auch ihre Eltern und Lehrer sind als Begleiter und Multiplikatoren gefragt.

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Beispielhafte

Initiativen

Coding for Tomorrow

Mit Coding for Tomorrow hat die Vodafone-Stiftung 2017 einen eigenen Hub für digitale Bildung in Düsseldorf gegründet. An diesem innovativen Lernort erlernen Kinder und Jugendliche der ersten bis achten Klasse sowie Eltern, Lehrerinnen und Lehrer den ei- genständigen, kritischen und kreativen Umgang mit digitalen Technologien. Der Hub kooperiert gezielt mit Schulen und legt einen Schwerpunkt auf die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften. Zudem gibt es ein Freizeitangebot an Wochenenden und in den Ferien.

WWW.CODING-FOR-TOMORROW.DE

Code+Design

Die gemeinnützige Code+Design Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche von 15 bis 20 für digitale Technologien zu begeistern und insbesondere den Anteil an Frauen in diesen Bereichen zu erhöhen. Dafür hat die Initiative im vergangenen Jahr acht Code+Design- Camps in sechs verschiedenen Städten, darunter auch Düsseldorf, mit mehr als 650 Teilnehmern organisiert. Nicht nur Neulinge, sondern auch Fortgeschrittene können in den Camps neue Erfahrungen fachliche Kompetenz sammeln und soziale Kontakte knüpfen. Und jede Menge Spaß am Programmieren oder Designen gewinnen.

WWW.CODE.DESIGN

Codingschule

In der Codingschule lernen Kinder und Jugendliche die Anwendung von professioneller Software und programmieren in interdisziplinären Teams eigenständig Spiele oder Apps. Neben dem Girls Club für Mädchen ab zehn Jahren bietet die Initiative Hackathons, Coding- Ferien und wöchentliche Kurse. Die Codingschule hat ihren Sitz im Coworking-Space Gewächshaus Düsseldorf. Dort werden die meisten Workshops durchgeführt. Weitere Kursstätten befinden sich in den Räumen einer Werbeagentur in Oberkassel und beim Softwareunter- nehmen InVision im Medienhafen.

WWW.CODINGSCHULE.DE

Designathon

Kinder besitzen die Fantasie, sich die Welt von morgen vorzustellen. Beim Kinder-Designathon erleben die Mädchen und Jungen, dass sie selber gestalten können, wie Technologie genutzt wird. Damit legen sie den Grundstein für einen selbstverständlichen kreativen Umgang mit digitalen Technologien. Kinder-Designathons werden von Design-Thinking-Pädagogen geleitet. Jede Erfindung wird gezeichnet, danach werden gemeinsam aus Alltagsmaterialien Prototypen gebaut und am Ende jedes Workshops vorgestellt.

WWW.DESIGNATHONWORKS.DE


Text: Karolina Landowski