THE PLACE TO INVEST
Immer mehr ausländische Unternehmen entdecken Düsseldorf als attraktiven Investitionsstandort. Wir stellen drei aus verschiedenen Branchen vor – von grüner Energie über Immobilien bis hin zum modularen Bauen.
Transformationsprojekt mit hohen Nachhaltigkeitsstandards: Im neuen Gewerbe- und Logistikpark „The Tube“ sorgen 14.600 Solarmodule von Sunrock für grüne Energie.
Georg Brenninkmeijer, Managing Director, Sunrock Germany
In Düsseldorf-Reisholz zeigt „The Tube“, wie ein traditionsreicher Produktionsstandort in ein zukunftsfähiges Areal umgewandelt wurde. Auf dem 14 Hektar großen ehemaligen Gelände der Vallourec Röhrenwerke ist in nur 18 Monaten ein moderner Industrie- und Gewerbepark entstanden, der auf 77.000 Quadratmetern zahlreiche Unternehmen beheimatet. Für den besonders ressourcenschonenden Rückbau erhielt das Projekt als erstes seiner Art eine DGNB-Gold-Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen.
Auch bei der Nutzung setzt „The Tube“ Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit. Einen großen Anteil daran hat Sunrock. Das niederländische Unternehmen mietet die Dachfläche, um Photovoltaikanlagen zu betreiben. So werden jährlich knapp 2.700 Tonnen CO₂-Emissionen eingespart und die Mieter:innen mit grüner Energie versorgt. In Deutschland hat sich Sunrock mit rund hundert Projekten als wichtiger Player für großflächige Aufdach- Solaranlagen etabliert. Zunehmend setzt das Unternehmen auf Diversifizierung. „The Tube ist ein schönes Beispiel für unser Revenue-Modell. Wir verkaufen den gewonnenen Strom entweder ans Netz oder lokal an die Gebäudemieter:innen“, erklärt Georg Brenninkmeijer, Managing Director Sunrock Germany. Außerdem bietet Sunrock Batterielösungen zur Energiespeicherung an. „Wir entwickeln uns in andere Felder hinein, die alle mit Energie im Gewerbe-, Logistik- und Industriebereich zu tun haben“, ergänzt Brenninkmeijer.
Seit 2021 ist Sunrock in Düsseldorf, vor zwei Jahren bezog das 15-köpfige Team sein deutsches Hauptbüro zentral im Wilhelm- Marx-Haus. Knapp 35 weitere Mitarbeitende sind landesweit tätig. Die Standortwahl hat mehrere Gründe. „Wir schätzen die Nähe zu Geschäftspartnern wie Kunden, Dienstleistern, Banken, Consulting-Firmen, Immobilienentwicklern und -managern. Die Anbindung im Land und an das nahe Ausland ist sehr gut. Was besonders wichtig ist: Wir haben großartige Projekte in unmittelbarer Nähe“, so der Geschäftsführer. In NRW sind es 15 Projekte, ein Highlight ist neben „The Tube“ das Levi Strauss & Co. European Distribution Center in Dorsten. Sunrock stattete die mit dem Logix Award ausgezeichnete Logistikimmobilie mit einer großflächigen PV-Anlage und Batteriespeicherlösungen aus. Brenninkmeijer nennt noch einen Standortvorteil: „Düsseldorf ist sehr attraktiv für unsere Mitarbeitenden. Die Stadt ist sehr international, hat so viel zu bieten und eine hohe Innovationskraft.“
Timo Hielscher, Managing Director M&A, CTP Deutschland
Wenige Kilometer von „The Tube“ entfernt befindet sich ein weiteres ehemaliges Vallourec-Gelände. CTP Deutschland, eine eigenständige Gesellschaft des tschechischen CTP-Konzerns, hat das 83 Hektar große Areal im Stadtteil Rath gekauft und entwickelt dort ebenfalls einen Gewerbepark: Der multifunktionale „CTPark Düsseldorf“ soll für Produktion, Forschung und Entwicklung genutzt werden. „Wir möchten etwas schaffen, das mehr ist als ein paar Produktionshallen. Hier kann viel Kreatives, viel Neues entstehen. Dafür braucht es Fachexpertise aus unterschiedlichen Disziplinen. Wir sind überzeugt, dass Düsseldorf mit seiner hohen Lebensqualität genau der Ort ist, an dem sich innovative Unternehmen ansiedeln und gut ausgebildete Fachkräfte arbeiten wollen“, erklärt Timo Hielscher, Managing Director M&A bei CTP Deutschland.
CTP wurde vor 25 Jahren vom Niederländer Remon Vos gegründet. Mit inzwischen über 200 Standorten in zehn Ländern zählt das Unternehmen zu den bedeutendsten Entwicklern und Verwaltern von Logistik- und Industrieimmobilien in Europa. Seit 2021 ist CTP in Deutschland aktiv, das Portfolio umfasst 105 Projekte, die über das Land verteilt sind. Das Unternehmen ist in drei Geschäftsfeldern tätig: Betreuung von Bestandsimmobilien, Erwerb ehemaliger Industrieareale und deren Transformation zu modernen Gewerbeflächen sowie das noch junge Energiegeschäft – CTP stattet seine Immobilien mit PV-Modulen aus und verkauft den Strom an die Mieter:innen weiter. „Wir entwickeln unsere Flächen langfristig, legen dabei großen Wert darauf, gemeinsam mit den Städten herauszufinden, was gut für den Standort ist, und machen alte Industrieflächen als offene Gewerbegebiete zugänglich. Dabei denken wir nicht in Monokulturen, sondern in unterschiedlichen Nutzungsklassen. Denn unsere Standorte sollen auch noch in 30 Jahren funktionieren“, betont Hielscher. Nordrhein-Westfalen hat sich mit weiteren Projekten in Aachen, Wuppertal, Mülheim an der Ruhr, Jülich und Krefeld zu einem Top-Cluster von CTP entwickelt. Düsseldorf ist der wichtigste Standort der Region. Als Gründe nennt Hielscher neben der hohen Attraktivität der Stadt die gesunde Wirtschaftsstruktur und das Einzugsgebiet mit Millionen Konsument:innen inmitten des sich wandelnden Industrielandes NRW. Und er hebt die Bedeutung der Wirtschaftsförderung Düsseldorf hervor: „Sie ist mit ihren Kompetenzzentren sehr gut aufgestellt, auch in Richtung Indien, Japan oder China. Für uns ist das wertvoll, da wir mit unterschiedlichsten globalen Unternehmen im Austausch stehen. Unter anderem auch mit asiatischen Industrie- und Technologieunternehmen, für die wir beispielsweise in Jülich eine neue Produktionsanlage realisieren.“
Łukasz Świątkowski, Managing Director, MOD21
Zahlreiche Projekte in Düsseldorf umgesetzt und dabei sichtbare Spuren in der Stadt hinterlassen hat MOD21. Das 1993 im Rheinland als GWI Bauunternehmung GmbH gegründete Unternehmen ist Teil der deutsch-polnischen Bauunternehmensgruppe ERBUD. Seinen Hauptsitz hat MOD21 auf dem Düsseldorfer Areal Böhler und beschäftigt dort rund 35 Mitarbeitende. Das Produktionswerk befindet sich im polnischen Ostaszewo. Dort stellt MOD21 Holzmodule für Gebäude in den Bereichen Bildung, Wohnen, Unterkunft und Gesundheit her. „Die Module werden vorgefertigt geliefert und am Projektort zu einem fertigen Gebäude montiert. Auch Anpassungen im Bestand sind möglich. Unsere Lösungen können schnell realisiert werden, sind kosteneffizient und nachhaltig. Nach der Nutzungsdauer kann das zertifizierte Holz in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt oder das Gebäude mobil an einen anderen Ort versetzt werden“, erklärt Geschäftsführer Łukasz Świątkowski. Für seine Vorreiterrolle im nachhaltigen Bauen wurde MOD21 unter anderem beim German Brand Award 2025 ausgezeichnet. In Düsseldorf kommt das innovative Konzept in verschiedenen Gebäuden zum Tragen, darunter 160 Wohneinheiten mit Tiefgarage, Bürogebäude und Kita an der Witzelstraße in Düsseldorf-Bilk und das Kö-Quartier. Sunrock, CTP und MOD21 – drei Unternehmen, drei Investitionen, ein Ziel: an und gemeinsam mit einem der attraktivsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands weiter wachsen. •
Words: Dominik Deden
Pictures: Frasers Property Industrial, Sunrock, Frasers Property Industrial, Andreas Endermann