FRESH IDEAS FROM DÜSSELDORF
Wie es sich für eine international aufgestellte Metropole gehört, ist auch die Startup-Szene hier international ausgerichtet. Die Wirtschaftsförderung Düsseldorf sorgt gemeinsam mit ihren Partnern durch viele verschiedene Aktionen dafür, dass Startups aus der EMEA-Region das Ökosystem besser kennenlernen – und als möglichen Standort entdecken. Ein Beispiel ist die Initiative La French Tech, die eine lebendige Verbindung zwischen französischen Gründerinnen und Gründern und Düsseldorfs Tech-Community ermöglicht. Ein anderes Beispiel ist das Engagement in Skandinavien, insbesondere Schweden. Im Rahmen eines Accelerator-Programms besuchen jedes Jahr zehn schwedische Jungunternehmen die Landeshauptstadt. Mittlerweile als Expansions-Ausgangspunkt hat beispielsweise Skolon Düsseldorf gewählt – und ist daher eine unserer „Fresh ideas“. Dazu gesellen sich treatfuls und Eye-Able. Viel Freude beim Lesen!
CEO von Skolon: Oliver Lundgren
DIGITAL LEARNING PLATFORM FOR EVERYONE
„Wir wollten verstehen, warum schwedische Schulen in internationalen Bildungsrankings zurückfielen – und fanden heraus, dass Schüler:innen im Durchschnitt rund zehn Minuten pro Unterrichtsstunde verloren, weil sie sich in verschiedene Tools einloggen und technische Probleme lösen mussten“, erklärt Oliver Lundgren. Deshalb gründete er als CEO im Jahr 2015 zusammen mit Peter Mattisson und Anders Abrahamsson, allesamt Unternehmer mit Expertise in den Bereichen Technologie und Bildung, eine innovative Plattform: Skolon bringt alle digitalen Lernmittel und Tools einer Schule an einem Ort zusammen – mit einem Login und einer gemeinsamen Struktur. „In unserem Skolon Store können Schulen digitale Lerninhalte einfach finden, testen, kaufen und nutzen. Die Plattform vereinfacht den Zugang, die Nutzung und Verwaltung von digitalen Lizenzen und spart dadurch Zeit und Aufwand. So bleibt mehr Raum für das, was wirklich zählt: das Lernen“, so Oliver. Mittlerweile wird Skolon von über einer Million Lehrkräften und Schüler:innen in mehreren europäischen Ländern genutzt. Im Herbst 2025 startete auch die Expansion auf dem deutschen Markt, mit Düsseldorf als Ausgangsstandort. „Die Stadt gilt als Hub für Digitalisierung und Bildung – ganz im Einklang mit Skolons Mission. Wir freuen uns darauf, neue Partnerschaften zu schließen, Netzwerke aufzubauen und hier in der Region weiter zu wachsen“, sagt Oliver. Das vielfach prämierte Scaleup – unter anderem wurde es als eines der 50 innovativsten EdTech-Unternehmen Europas ausgezeichnet – hat ein klares Ziel: „Wir wollen die führende Plattform für digitales Lernen in Europa werden – immer mit dem Anspruch, technisch an der absoluten Spitze zu bleiben und den Unterricht von morgen aktiv mitzugestalten.“ •
SKOLON DE GMBH,
ELISABETHSTRASSE 11
40217 DÜSSELDORF
WWW.SKOLON.COM
Das Gründerteam von Eye-Able: Oliver Greiner, Chris Schmidt und Tobias Greiner (v.l.n.r.)
DIGITALLY ACCESSIBLE
Oliver Greiner erlebte, wie sein Kumpel Lennart wegen einer Sehbehinderung und fehlender Barrierefreiheit das Studium abbrechen musste. Das war die Geburtsstunde eines Startups: Zusammen mit seinem Bruder Tobias sowie Chris Schmidt und Eric Braun gründete Oliver 2020 „Eye-Able“. „Unser Ziel ist es, das Internet für alle Menschen zugänglich zu machen. Barrierefreiheit soll in allen Lebensbereichen selbstverständlich sein – von Bildung bis zum digitalen Alltag“, erklärt Oliver. Bei der Entwicklung von Websites werden deswegen selbstverständlich auch Menschen mit Behinderungen von Anfang an einbezogen: Lennart ist mittlerweile bei Eye-Able. Mit dem Inkrafttreten des European Accessibility Act (EAA) und des deutschen Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) sind Unternehmen seit 2025 verpflichtet, ihre Online-Angebote für Nutzende barrierefrei zu gestalten. „Barrierefreiheit ist nicht nur ein gesellschaftliches Gebot, sondern auch ein Wachstumstreiber. Unternehmen mit inklusiven Lösungen verzeichnen messbar höhere Umsätze und Konversionsraten“, so Tobias. Mehr als 10.000 Kunden aus verschiedensten Branchen nutzen mittlerweile den Service, darunter auch ein großer Düsseldorfer Player: „Eine Erfolgsgeschichte ist die Integration von Eye-Able in die ERGO-Webseiten und den ERGO ScaleHub. ERGO ist für uns nicht nur ein Partner mit großer Reichweite, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber“, sagt Chris. Außerdem unterstützt Eye-Able seit 2022 die Stadt Düsseldorf in puncto digitale Barrierefreiheit. Die aktuelle Position als europäischer Marktführer will das Team weiter mit Kooperationspartnern ausbauen. „Eine inklusive Zukunft erfordert das gemeinsame Engagement von Unternehmen, Politik und Gesellschaft. Daran werden wir als Team bei Eye-Able weiter mit Begeisterung arbeiten“, so Eric.•
WEB INCLUSION GMBH,
GARTENSTRASSE 12C,
97276 MARGETSHÖCHHEIM,
WWW.EYE-ABLE.COM
Erfanden treatfuls: Tugce Cakir und Magdalena Parylak
A NEW ERA OF SNACKING
„Warum gibt’s eigentlich keine Süßigkeiten, die wirklich gut schmecken und auch gut sind?“ – Das fragten sich Magdalena Parylak und Tugce Cakir bei einem typischen Mädelsabend. Zwischen Zuckerschock und Zutatenliste reifte der Wunsch, eine eigene Alternative mit Genussfaktor und gutem Gewissen zu kreieren. So gründeten die beiden Düsseldorferinnen im Jahr 2021 treatfuls. „Wir begegnen unseren Kund:innen mit kreativem Packaging und Sprüchen wie „sweeter than your ex" oder „healthier than your last relationship" und bringen sie auf Anhieb zum Schmunzeln. Dann überzeugen wir mit dem Geschmack und gewinnen sie langfristig durch die cleane Zutatenliste“, erklärt Tugce. Dazu zählen vegane, bio-zertifizierte Riegel, die ohne zugesetzten Zucker auskommen. Statt Palmöl oder Glukosesirup nutzt treatfuls Datteln, Nüsse, Fairtrade-Schokolade und recycelbare Verpackungen. „Wir sprechen Menschen an, die bewusst konsumieren, aber nicht auf Genuss verzichten wollen: für sich, ihre Kinder und unseren Planeten“, ergänzt Magdalena. Das kommt gut an: In weniger als zwei Jahren verkaufte treatfuls bereits über eine Million Riegel und begeisterte über 30.000 Kund:innen. Das Startup erhielt unter anderem den PETA Vegan Food Award als bester veganer Snack. „Besonders freut uns die Unterstützung unserer Community, die immer schon Teil der Reise war, angefangen mit einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne bis hin zur Listung bei Rewe, Flaschenpost, Budni und Alnatura“, sagt Tugce. Diese Reise geht weiter: 2026 sollen über 4.500 Verkaufsstellen treatfuls-Produkte anbieten, der Eintritt in neue Kategorien sowie die Expansion nach Österreich sind bereits im Gange. „Wir wollen treatfuls als die Love- und Lifestylebrand im Snackbereich etablieren“, so Magdalena. •
SNACKS WITH BENEFITS GMBH,
BIRKENSTRASSE 23,
40233 DÜSSELDORF,
WWW.TREATFULS.COM